Sonntag, 25. November 2012

Zukunft nach dem Tod – Kreislauf der Ewigkeit?

Wilhelmine Wulff_pixelio.de
Der Totensonntag, ist ein sogenannter „Stiller Feiertag“. So bezeichnet man kirchliche Feiertage, die nicht gesetzlich festgelegt sind. 

Er ist für die Evangelisten der Gedenktag für Verstorbene und entspricht dem Allerseelenfest der Katholiken. 
Seit dem 19. Jahrhundert hat sich der Ewigkeitssonntag, wie der Totensontag auch genannt wird, am letzten Sonntag vor dem ersten Advent etabliert.

Aufgrund einer Interpretation des Matthäus Evangelium kam für die Protestanten lange Zeit ein solcher Gedenktag nicht in Frage. 

Ein erstes Umdenken zeigte sich ca. 1540, doch erst im November 1816 wurde der „Tag des Jüngsten Gerichts“, eine andere Bezeichnung für den Totensonntag, zum Feiertag erklärt. Es heißt, Friedrich Wilhelm der III., König von Preußen, sei die treibende Kraft gewesen. Unklar bleibt, ob der Anstoß die Trauer um seine verstorbene Frau war, oder es um das Gedenken der Gefallenen im Befreiungskrieg gegen Napoleon ging.

Ob nun evangelische oder katholische Christen – beide widmen sich, wenn auch an verschiedenen Tagen, dem selben Hintergrund: Den Verstorbenen oder der Entschlafenen, ein weiterer Name für diesen Gedenktag.
Vor allem der November ist ein Monat, in das Thema Sterben und Tod uns besonders intensiv berührt, uns vielleicht sogar Angst macht. Die ARD machte es zur Themenwoche und schon die Hinweise auf die diversen Sendungen machten darauf aufmerksam, dass der Tod zum Leben gehört. Es macht keinen Sinn ihn auszuklammern und wer weiß schon mit Gewissheit, was uns „danach“ erwartet...

Fragen zum Thema, einfach nur ein Gedankenaustausch oder Unterstützung bei der Trauerbewältigung? Das Team von www.valentina-line.de steht einfühlsam und kompetent zur Verfügung.

Mittwoch, 21. November 2012

Buß- und Bettag - mehr als ein kirchlicher Feiertag

Lutz Stallknecht/pixelio.de
Der Buß- und Bettag ist zwar als gesetzlicher Feiertag seit 1995, außer im Bundesland Sachsen abgeschafft, an kirchlicher Bedeutung hat er jedoch nicht verloren. 
Er wurde von der evangelischen Kirche 1532 in Straßburg eingeführt. Hintergrund war eine Zeit der Not, in der die Menschen Angst vor den Folgen der Türkenkriege hatten. Durch Buße und Gebete erhofften die Gläubigen die Gnade Gottes. 

Bußtage gab es bereits in der römischen Religion. Die Römer brachten ihren Göttern Opfer dar, um sie wohlwollend zu stimmen. 
Nicht nur im Zusammenhang mit Kriegen, sondern auch in Hungerzeiten wurden die entsprechenden Götter angebetet.

Buße durch Opferdarbietung wird dem christlichen Glauben jedoch nicht gerecht. Aus religiöser Sicht geht es um eine Gewissensprüfung – die Haltung gegenüber Gott und dem Leben. Dieser Glaube meint auch nicht, ein Unrecht (Sünde) durch ein anderes „in Ordnung zu bringen“. Es geht nicht um Wiedergutmachung, denn an dem was geschehen ist, ist nichts mehr zu ändern. Aufrichtige Reue, die nicht fordert, ab jetzt in Sack und Asche zu gehen, ist gefragt.

Nach- und Umdenken, in Bezug zu sich selbst und der Gesellschaft, ist gefragt. Es in Zukunft anders zu machen und das Große und Ganze zu sehen. Dies braucht bestimmt mehr als einen kirchlichen Feiertag im Jahr. Aber es ist ein Anfang – auch in der heutigen Zeit, denn die gesellschaftlichen Missstände bedürfen mehr als nur der Aufmerksamkeit!